Loading
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Blog

Lost-Places-Tour - Teil 4: Beelitzer Heilstätten, Frauenklinik

Im Keller der Kochküche steht noch ein alter Zahnarztstuhl... (Foto: Eric)Die Heilstätten in Beelitz sind einer der bekanntesten "Lost Places" in Deutschland. Kein Wunder, liegen doch vier tolle alte Gebäudekomplexe direkt nebeneinander. In Beelitz gab es zu diesem Zeitpunkt drei Touren von go2know: Die Lungenklinik der Frauen, das Männersanatorium und das Frauensanatorium. Letzteres habe ich besucht - als kleines Extra gab's sogar noch die Männerlungenklinik dazu, die normalerweise gar nicht im Programm zu finden ist. Fünf Stunden, vier Gebäude und das Gefühl, dass sich Beelitz wandelt. Und das, obwohl ich nie vorher da war...

Wohnpavilliion, Kochküche und Waschküche - das sind die drei Gebäude, die man in der Frauenklinik besuchen kann. "Noch" müsste man dazu sagen, denn im Sommer ist Schluss, die Frauenklink macht dicht. Sie wird umfassend saniert und die ersten Ausläufer hat man bereits gesehen: Bauarbeiter fegten die Böden, räumten den Schutt weg. Das frisst die unglaublich intensive Atmosphäre natürlich zu einem gewissen Teil auf. Davon hab ich mich aber nicht zu sehr ablenken lassen und mich stattdessen mehr auf andere Details konzentriert.

Hübsche Treppen mit tollen Flügeltüren - in Beelitz keine Seltenheit. (Foto: Eric)Mein erster Weg führte in das ehemalige Bettenhaus, wo mich gleich eine recht hübsche Treppe empfing. Sicherlich nicht so grandios wie die in Hohenlychen, aber trotzdem ein gutes Motiv. Etwas weiter konnte man schon die ersten attraktiven Gänge finden, auf die man in Beelitz (vor allem in der Lungenklinik) öfter stößt. Daneben gab es viele Details, wie alte Toiletten, abblätternden Putz und marode Fenster, Stromkästen und rostende Wasserhähne.

Die alte Kochküche - schwieriges Licht, aber hübsches Ambiente (Foto/HDR: Eric)In der Kochküche gibt es einen großen Raum, die ehemalige Küche, in der zwar keine Kessel oder Herde mehr zu finden sind, dafür aber großwandige Graffitis und ein altes Bettgestell. Leider war das Wetter nicht ganz optimal und die Fenster überstrahlten oft, was den Einsatz von HDR notwendig machte. Viele Fotografen setzten die Technik überaus gerne bei Lost Places ein. Ich finde aber, dass es auch ohne geht - denn der Stil ist in meinen Augen im Zusammenhang mit Lost Places doch schon etwas ausgelutscht...

Im Keller kommt dann ein Highlight: ein alter Zahnarztstuhl vor kalten weißen Fliesen. Es ist irgendwie ein gespenstischer Anblick. Das einfallende Licht, der Rost am Gestell, der verschmierte Dreck an den Fliesen - ein tolles Motiv mit viel Atmosphäre (siehe Titelbild)!

Während des Fotografierens fühlt man sich schon mal beobachtet... (Foto: Eric)Im Frauensanatorium findet man auch einige Street Arts. Im Waschküchengebäude wird man von einem überdimensionalen Gesicht angefratzt. Viel im alten Gebäude ist arg heruntergekommen: Fenster liegen zerbrochen auf dem Boden, Putz blättert in Massen von den Wänden alte Elektrosicherungen liegen vor den Kästen auf dem Boden und an vielen Stellen dringt die Feuchtigkeit mit Macht durch das Gemäuer. Das alles sind jedoch tolle Details, die auch den Charme der Häuser ausmachen...

Dann gab es ein Highlight: Die Lungenklinik der Männer war an diesem Tag für die Tour geöffnet. Leider blieb mir kaum Zeit übrig - was übrigens ein großes Problem werden kann, denn man tendiert dazu, bereits im ersten Haus viel zu viel Zeit zu vertrödeln Zwinkern - und somit musste es etwas schneller gehen. Die Konzentration auf das Wesentliche war also angesagt! Beeindruckend war der große Saal direkt hinter dem Eingang. Eine tolle Architektur mit Bühne, über der allerdings ein etwas skurriles Banner mit der Aufschrift "Whitney Houston" prangt. Am Besten erlebt man den Raum aber mit einem interaktiven Kugelpanorama:



Das zentrale Treppenhaus in der Männer-Lungenklinik - im Hintergrund erkennt man großflächige Street Arts. (Foto: Eric) Was auch einiges hermachte, war das große Treppenhaus, welches zentral im Gebäude gelegen war. Die Treppen führen um einen offenen Raum im Inneren herum, zwei Säulen flankieren diesen. Im nördlichen Flügel findet man noch ein Bad, aber dafür war dann leider keine Zeit mehr, denn wenn die Zeit rum ist, prüfen die Guides die Gebäude und schließen sie am Ende ab.

Somit ging eine spannende Tour zu Ende, auf der ich einiges an Bildmaterial schoss. Trotzdem hatte ich mir geringfügig mehr versprochen. Aufgrund der Tatsache aber, dass Beelitz viel zu oft von Vandalen heimgesucht wird und die Fenster verrammelt sind, ging über die Jahre viel Flair verloren. Schade, aber nicht zu ändern. Im Sommer finden die letzten Touren in der Frauenklinik statt, danach beginnt die Sanierung. Von daher war ich froh, dass ich noch die Möglichkeit hatte, die Frauenklinik zu besichtigen...


Technik-Check:

Absolut Pflicht ist wie immer bei Lost Places das Stativ. Eine Taschenlampe ist für die Keller praktisch. Ein Weitwinkelzoom und gegebenenfalls auch eine lichtstarke Festbrennweite für Detailaufnahmen sollte man schon dabei haben. Ich hatte wieder eine EOS 5D Mark III sowie meine EOS 7D dabei. Objektive hatte ich das EF 2.8/24-70mm, das 2.8/70-200mm (für Details), das Sigma EX 3.5/10-20mm und das EX 2.8/10mm Fisheye dabei.

 



Teil 1 - Hohenlychen
Teil 2 - FDJ-Hochschule am Bogensee
Teil 3 - Wünsdorf, das Haus der Offiziere
Teil 5 - Flughafen Tempelhof