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Geschichte der Fotografie - Teil 3 - 1900 bis 1990

 

Die Fotografie wurde bunt

Tartan Ribbon - die erste Farbfotografie der Welt (Quelle: wikimedia.org)Die bislang nur schwarzweißen Fotografien wurden ab 1936 zunehmend bunt, als Agfa und Kodak den ersten Dreischichten-Farbfilm auf den Markt brachten. Zugrunde liegt ihm das Prinzip, dass alle Farben additiv aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau gemischt werden können. Der schottische Physiker James Clerk Maxwell (1831 – 1879) veröffentlichte im Jahre 1861 bereits den ersten Beweis dieser auf der Young-Helmholz-Farbtheorie begründeten Vermutung. Das Bild bestand aus drei deckungsgleichen Projektionen, basierend auf Diapositiven. Diese Positive entstanden durch das Fotografieren des Motivs durch verschiedene Farbfilter (Rot, Grün und Blau). Möglichkeiten der chemischen Fixierung wurden im gleichen Zeitraum untersucht. Louis Ducos du Hauron (1837 – 1920) stellte 1868 ein auf Bromsilber-Kollodiumplatten basierendes Verfahren vor, welches Pigment-Diapositive ergab. Weitere Entwicklung waren 1891 Gabriel Lippmanns „Methode der Photografie in Farbe mittels Interferenzmethode“, für die er 1908 den Nobelpreis erhielt, sowie die von Auguste und Louis Lumière 1904 vorgestellten Autochrom-Platten, die mit orangerot, grün und violett gefärbten Kartoffelstärkekörnchen bestückt waren. Diese wirkten als Raster für die darunter liegende Bromsilber-Gelatine-Emulsion.


Elektrisierung und Automatisierung

Eine weitere Erfindung auf dem Weg zur heutigen Fotografie war die Automatisierung. Ab den 1930er Jahren begann man, Belichtungsmesser in die Kameras zu integrieren, externe Messungen oder Abschätzungen wurde überflüssig. Ab den 1950ern wurden in den Kameras elektrische Elemente verbaut. Canon stellte 1954 mit der „Canon IV Sb2“ die elektrische Blitzsynchronisation vor, die das Blitzlicht auf den Verschluss abstimmte. Agfa Automatic 66, die erste vollautomatische Kamera (Quelle: www.ph.utexas.edu)Zwei Jahre später stellte Agfa auf der Photokina die erste vollautomatische Kamera vor. Entfernungsmesser fand man als erstes in der russischen „Kometa“ aus dem Jahre 1958, programmgesteuerte Belichtungsautomatiken folgten in Agfas Optima ein Jahr später. Mitte der 1960er Jahre erschienen erste Kameras mit TTL-Messung, der Belichtungsmessung „Through-The-Lens“ – durch die Linse – auf. Ein bekannter Vertreter war die Canon FX. Elektronische Zentralverschlüsse Canon FX, bekannter Vertreter mit TTL-Belichtungsmesser (Quelle: wikimedia.org)(Minolta Electro-Shot) folgten ebenso. Der automatische Fokus wurde 1971 das erste Mal in Form eines Prototyps des Nikkor 1:4,5/85mm vorgestellt. Autofokus per Infrarot führte Canon 1979 mit der AF35M, auch bekannt unter dem Namen Autoboy, ein. „Vorausberechnung“ und die Fähigkeit zur Bewegungsverfolgung wurden 1988 mit der Minolta Dynax 7000i präsentiert.